Sonntag, 1. November 2009

Neue Jahr - jetzt?

Gestern Abend war Halloween - von Amerika übernommen werden immer öfters Halloween-Partys und Events für Kinder und Erwachsenen hier in Deutschland angeboten. Die meisten scheinen nur von Gruselgestalten fasziniert.

Ich habe auch Halloween "gefeiert" aber ohne Hexen, Spinnen und schwarze Katzen! Im keltischer Kalender ist Halloween (all Hallows Eve = den Abend vor Allerheiligen) der Beginn des neuen Jahrs. Es ist eine Zeit, dachten die Kelten, in dem der Tor zwischen dieser Welt und die andere Welt offen ist. Die Toten können zurück kommen, um ihre Lebens- und Wirkungsorte wieder zu begehen. In Lateinamerika werden Feste auf den Friedhöfen gefeiert, um zu signalisieren, dass die Toten nicht vergessen sind.

Für mich ist es eine Zeit an Personen zu denken die mein Leben prägten, die nicht mehr leben; eine Person ist eine Freundin, Libby, die mit 23 Hautkrebs bekam und binnen einige Monate starb. Sie und ich haben große Visionen gehabt, was wir im sozialen Bereich erreichen wollten durch Arbeit in armen Gegenden in den USA.

Eine weitere ist eine Frau hier in Deutschland die meine Unterstützung bekam für die Übersetzung ihre Auslandsvorträge: Nur nach ihren Tod habe ich erfahren wie wichtig Frauen in ihr Leben waren, und dass ihre frühere Partnerin es ihr möglich machte für ihr Doktorarbeit zu forschen. Ob sie sich als lesbisch bezeichnet hätte? Etwas an den Begriff hatte sie offensichtlich gestört. Sie war beruflich sehr eingagiert und in der Offentlichkeit bekannt: Vielleicht hatte sie Angst in eine bestimmte Ecke abgeschoben zu werden? Auch heute haben Politikerinnen Schwierigkeiten selbstbewußt und selbstsicher zu sagen, "Ja, ich liebe eine Frau, und es ist gut so." Ich hätte gerne mit ihr darüber sprechen können.

An Halloween denke ich auch an meine eigene "Jahreszeiten" und bin dankbar für viele gelebte Jahre - und freue mich (und fürchte mich ein wenig) auf das neue Unbekannte der in den dunklen Monaten beginnt.

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