Sonntag, 23. August 2009

Die Einstellung der nächsten Generation

In Oktober fliege ich in den Vereinigten Staaten, um bei der Hochzeit einer meine Neffen zu sein. (Er ist der Sohn von eine meine Schwestern die mich als Late Bloomer akzeptieren.) Vor zwei Jahren kamen er und seine zukünftige Ehefrau nach Frankfurt um mit uns (ich, meine Freundin, meine 4 erwachsene Kinder und deren Partnern, mein ehemaligen Ehemann und seiner Partnerin) Weihnachten zu feiern. Meine Schwester, ihr Mann und meine Nichte waren auch dabei. Ich war damals froh, dass die Atmosphäre entspannt war und das alle Gäste sich wohl fühlten.

Jetzt habe ich von meiner Schwester gehört, dass das Paar entschieden hat in ihrer Bundesstaat standesamtlich zu heiraten bevor sie in den Südstaaten für die kirchliche Trauung fliegen. Dies ist für den Vereinigten Staaten sehr ungewöhnlich - dort ist die kirchliche Trauung gleichzeitig die standesamtliche. Es war eigentlich geplant, dass sie in der Kirche heiraten.

Der Grund für ihre Entscheidung ist, dass die Braut sich wünscht in einen Bundesstaat zu heiraten in dem es auch möglich ist für homosexuelle Paare zu heiraten. Sie wohnen in Boston, Massachusetts. Massachusetts war der erste Bundesstaat in den Vereinigten Staaten der die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ermöglichte (seit den 17. Mai 2004). Genau dies ist in Kalifornien wieder seit letzten November verboten (siehe http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/keine-homoehe-in-kalifornien/)

Ich freue mich über ihre Entscheidung. Ich weiß nicht inwiefern ihr Besuch bei uns eine Rolle spielt; ich weiß nur, dass sie und meine Kinder darüber gesprochen haben, dass Teile meiner Familie mein Coming-Out strikt verurteilen.

Es wird sich wenig an der Hochzeitszeremonie und Feier ändern, aber alle Gäste werden erfahren, dass sie bereits verheiratet sind und werden hören warum sie sich für diesen Weg entschieden haben. Ich finde es schön, dass sie dieser Gelegenheit nehmen um die Bedeutung von Gleichberechtigung zu unterstreichen. Ich freue mich desto mehr bei ihrer Hochzeit dabei zu sein.

1 Kommentar:

creativ hat gesagt…

Liebe Yvonne, ich freue mich für Sie, dass Sie eine zumindest teilweise offene und vor allem bewusste Familie haben. Diese Entscheidung ihres Neffen und seiner Frau mit der standesamtlichen Trauung und dem Grund dafür finde ich sehr sehr bewusst und freue mich darüber, dass es so etwas gibt.

Ich hoffe, die Zeremonie war schön und ein tolles Erlebnis für alle!